Februar 2018
M D M D F S S
« Sep    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728  

IMES-Kurse Hannover

Aktuelle Kurse:

Mo 16-18 Uhr
Stadtbibliothek Mühlenberg
Mühlenberger Markt 1
30159 Hannover


Mi 10-12 Uhr

Arkadaş e.V.
Stiftstraße 13
30159 Hannover

Mi 14-17 Uhr
Jugend- und Stadtbibl. List
Lister Straße 11
30163 Hannover

(derzeit inaktiv)
Jugendzentrum Stöcken
Eichsfelder Straße 32
30419 Hannover

Do 10-12 Uhr
Freizeitheim Vahrenwald
Vahrenwalder Straße 92
30165 Hannover

derzeit inaktiv
Stadtteilzentrum KroKuS
Thie 6 (Kronsberg)
30639 Hannover

Fr 9-11 Uhr
Stadtbibliothek Linden
Lindener Markplatz
30449 Hannover

Sa 9-11 Uhr
Stadtbiblitohek Zentrale
Hildesheimer Straße 12
30169 Hannover

Interessierte Migranten und Migrantinnen sowie deutsche Teilnehmer, soweit noch Plätze verfügbar, sind zu den Terminen
auch ohne vorherige Anmeldung immer herzlich willkommen.
Die Kurse sind kostenlos.

Empowerment, soziales Kapital und lernfähige Organisation

Anna Sebastian, SOS Rassismus, Barcelona

Vortrag beim deutschen IMES-Treffen am 24.6.2003

Das Konzept der Schlüsselkompetenzen

Die spanische Sektion des Projektes IMES hat sich im ersten Halbjahr des Projektphase vor allem mit den Schlüsselkompetenzen “Empowerment”, “soziales Kapital” und “lernfähige Organisation” auseinandergesetzt. Sie sind Schlüsselbegriffe für das spanische IMES-Projekt geworden, die für die Projekt-Themen “soziokulturelle Kompetenzen” und “politisches Management” gleichermaßen von Bedeutung sind:

Von Januar bis Juni 2003 wurde mit der Theorie-Unterstützung des Wissenschaftlers Álvaro Ramírez zum Konzept der Schlüsselkompetenzen Empoderamiento/ Empowerment,  Soziales Kapital und Lernfähige Organisation gearbeitet und die Oberbegriffe für die Ziele des IMES-Projektes gewichtet und verfeinert.

Der Bereich der soziokulturellen Kompetenzen dient dazu, die Integration von Immigranten in die europäische Gesellschaft zu erleichtern. Ausgehend vom Tatbestand eines interkulturellen Kontexts schlugen wir vor Kompetenzen zu suchen, die durch Gleichberechtigung die Teilnahme und Einbindung erlauben.

Nachdem wir Álvaro Ramírez, den Experten, der uns in diesem Prozeß begleitet hat, über den konkreten Kontext unseres Projektes ins Bild gesetzt hatten, wurde uns bei einer Rundreise durch die Bandbreite der verschiedenen Theorien und Erfahrungen Strategien aufgezeigt, um die am wenigsten begünstigten Gruppen in der Selbstentwicklung ihrer eigenen Integration  zu unterstützen. Von da aus lernten wir eine Reihe von Elementen, die zu beachten sind, um sich diesen Gruppen zu nähern und ein organisatorisches, politisch wirksames und effektives Projekt zu entwerfen

Die sieben Schlüsselkompetenz-Konzepte, die ich Ihnen im folgenden darstelle, sind die Zusammenfassung aus dem, was wir während unserer Treffen erarbeitet und diskutiert haben. Es sind keine Auszüge aus einer wissenschaftlichen Abhandlung über die Immigration oder die gemeinschaftliche Arbeit genauso wenig handelt es sich um in sich geschlossenen Ideen ohne Ausgangspunkte, um sie in der Praxis anzuwenden, wie z.B. in dem Bau von Brücken zwischen den Gruppen oder einem neuen Modell einer europäischen Bürgergesellschaft, die auf Gleichberechtigung und Chancengleichheit basiert.

Die Konzepte folgen einer logischen Ordnung und sind für manche vielleicht überraschend, weil sie uns an Konzepte aus dem Wirtschaftsbereich erinnern. Dieser Zusammenhang lässt uns denken, dass wir anfangen sollten die Dinge, die wir im sozialen Bereich erarbeiten, als verbündete Strategien zu verstehen und zu bewerten, die auf Effektivität und Effizienz basieren und auf wirtschaftlichen Erträgen, welche über Produktionswege in soziale Erträge und Menschenrechte und Bürgerschaft umgewandelt werden sollten.

1. El Empoderamiento/Empowerment – Position von Minderheiten stärken

“El Empoderamiento” ist die individuelle und kollektive Fähigkeit, Fähigkeiten/Talente und Kompetenzen zu errichten.

Nehmen wir an, dass eine Gemeinschaft dann einen gewissen Grad an “Empoderamiento” erreicht hat, wenn sie in der Lage ist sich selbst zu organisieren und wenn sie erreicht hat, dass man einige Kompetenzen auf sie übertragen hat, wenn also eine Machtverschiebung zu ihren Gunsten stattgefunden hat.

Unter “Macht” verstehen wir die Fähigkeit seine Rechte auszuüben und Zutritt zum dominierenden Kode zu haben, welcher derjenige ist, den der Staat und alle seine Institutionen benutzen.

2. Das soziale Kapital

Es ist das Netz an Beziehungen, das jedes Individuum errichtet. Es sind die Bindungen und Vereinigungen jeglicher Art, die wir mit Personen aus unserem Umfeld aufbauen.

Diese Beziehungen basieren auf gegenseitigen Erwartungen und voraussehbarem Verhalten.\r<br />\nDie Möglichkeiten die Position eines Individuums oder einer Gemeinschaft mit zu stärken stehen in direkter Beziehung zu ihrem sozialen Kapital: Umso mehr soziales Kapital, umso mehr Möglichkeiten des”Empoderameinto”.

3. Der Kode

Er ist der Träger der Kommunikation, der diejenigen Personen kennzeichnet, die ein gemeinsames soziales Kapital teilen. Er beinhaltet Sprache, Bräuche, Traditionen, Gesetze, Normen …

Der Unterschied der Kodes zwischen den Individuen, die sensibel für ihre gestärkte Position sind, und denjenigen, die bereits die Macht haben, ist die hauptsächliche Schwierigkeit, die überwinden werden muss. \r<br />\nDie Inhaber des dominanten Kodes üben, bewusst oder unbewusst, Druck auf die Inhaber des Minderheitskodes aus, die sich angegriffen fühlen können.

Es ist unumgänglich eine Verbindung zwischen den zwei Kodes zu schaffen, um Kommunikation zu ermöglichen und zu erreichen die Position der bedürftigeren Individuen wirksam zu stärken.

4. Der/Die Führer(in) einer Gemeinschaft

Es ist notwendig den Führer einer Minderheitengruppe zu finden, um durch ihn oder sie die kommunikative Verbindung zwischen den zwei Kodes zu schaffen. Der Führer ist die Person, die beide Kodes beherrscht oder die bereit ist es zu erreichen beide gleichermaßen zu verstehen. Seine Gemeinschaft erkennt ihn als eine gewisse Autorität und/oder Vorfahren an. Es ist notwendig, dass die mächtige Gemeinschaft ihrerseits auch diesen Wert erkennt und ihn als Bindeglied für unerlässlicher Kommunikation identifiziert.

Man muss berücksichtigen, dass der Vertreter des Wechsels immer selbst betroffen sein muss. Es ist in keiner Weise wirksam, die Notwendigkeiten und das Streben einer Gemeinschaft und die Art sie zu lösen von außen zu bestimmen, da es ja absolut unmöglich ist dieses zu machen ohne ihren Kode zu kennen.

Halten wir also fest, dass Kommunikation unumgänglich ist und dass die Persönlichkeit des Führers lebenswichtig ist, um sie in einer direkten und schnellen Form zu herzustellen.

5. Vermittelnde Strukturen

Die Vermittelnden Strukturen sind die Organisationen und Institutionen, die sich näher bei den Bürgern befinden, das heißt, diejenigen, die in ihrem unmittelbaren Umfeld agieren. Es sind diejenigen, die sie nicht allein lassen mit dem immensen Überbau ( Markt, Staat etc.).

Im Fall einer Gemeinschaft, deren Position gestärkt werden soll, ist es eine vermittelnde Struktur, die eine Brücke zwischen dem Kode dieser Gemeinschaft und dem dominanten Kode schlägt. Ihr Ziel soll sein, dass die Individuen kompetent in beiden Kodes sind oder dass ihnen zumindest ein Weg des Zugangs angeboten wird.

6. Die politischen und institutionellen Faktoren

Um die Position einer Gemeinschaft zu stärken, muss man zwischen politischen und institutionellen Faktoren unterscheiden.

Die politischen Faktoren sind diejenigen, die sich darum kümmern eine reale Bindung zwischen der Gemeinschaft und den Elementen der Macht zu schaffen. Diese Faktoren gründen auf der kommunikativen Kompetenz. Es ist notwendig die Position einer Gemeinschaft auf einer politischen Ebene zu stärken, um so zu erreichen, dass ihre Beziehungen mit irgendeiner Institution von gleich zu gleich sind. Wenn nicht gibt es einen kommunikativen Konsens, der es möglich macht, die Gemeinschaft sollte sich darauf beschränken, die erforderten Formalitäten für jede Institution zu erfüllen.

Die institutionellen Faktoren hingegen beschäftigen sich mit “Empoderamiento” ausschließlich hinsichtlich ihrer ökonomischen Wirksamkeit. Der Staat gestatten eine Übertragung von Machtbefugnissen nur, wenn sich das für ihn günstiger herausstellt als sie für sich zu behalten. Und weil es tatsächlich günstiger für den Staat ist, dass sich eine Gemeinschaft selbst organisiert, muss man diesen Vorteil ausnutzen indem man das Management des sozialen Kapitals besagter Gemeinschaft fördert.

7. Die kommunikative Kompetenz

Die kommunikative Kompetenz zwischen der Gemeinschaft, den vermittelnden Strukturen und dem Staat ist grundlegend um einen wirksamen Grad des politischen “Empoderamiento”  zu erreichen.

Um diese kommunikative Kompetenz zu schaffen ist folgendes notwendig:

-    Das soziale Kapital einer Gemeinschaft mobilisieren: es gilt die eigenen Institutionen und die von ihren Individuen weitgehend geteilten Normen zu identifizieren. Man muss die gewohnten Kanäle des Zusammenlebens einer Gemeinschaft erkennen und sie, sobald sie einmal lokalisiert sind, politisch artikulieren. So nutzt man das soziale Kapital gewinnbringend.

-    Eine politische und organisatorische Strategie haben: Man muss eklektische Lösungen in Angriff nehmen, die praktisch bevor normativ korrekt sein sollten. \r<br />\nMan darf nichts einem vorhergehenden ideologischen Diskurs unterwerfen, um damit einen größeren Konsens zu gewinnen und die größtmögliche Anzahl an Individuen einzubeziehen.

-    Eine lernfähige Organisation gestalten: die Ziele ausgehend von der Interaktion mit der Gemeinschaft definieren, alle Programme auf eine flexible Weise entwickeln. Es ist also notwendig, eine Institution zu identifizieren, bereit offene Projekte zu finanzieren.

8. Die lernfähige Organisation

Eine lernfähige Organisation ist eine, die nach Maß errichtet wird, das fortschreitet  …

In einer lernfähigen Organisation muss jedes entwickelte Programm interne Veränderungen der Anpassung verursachen. Es gibt drei grundlegende Merkmale, die diesen Typ von Organisation kennzeichnen:

-    sie lernt mit den Leuten

-    sie plant mit den Leuten

-    sie verbindet die Gemeinschaft mit dem Techniker des Programms (theoretisch und praktisch)

Der Lebenszyklus dieser Organisationen entwickelt sich in drei Stufen:

-    Wirksamkeit um die Notwendigkeiten in Angriff zu nehmen

-    Effizienz um seine Lösung zu halten, indem weniger Geldmittel investiert werden als Anfangs

-    Kapazität zur Expansion

You must be logged in to post a comment.