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IMES-Kurse Hannover

Aktuelle Kurse:

Mo 16-18 Uhr
Stadtbibliothek Mühlenberg
Mühlenberger Markt 1
30159 Hannover


Mi 10-12 Uhr

Arkadaş e.V.
Stiftstraße 13
30159 Hannover

Mi 14-17 Uhr
Jugend- und Stadtbibl. List
Lister Straße 11
30163 Hannover

(derzeit inaktiv)
Jugendzentrum Stöcken
Eichsfelder Straße 32
30419 Hannover

Do 15-17 Uhr
Freizeitheim Vahrenwald
Vahrenwalder Straße 92
30165 Hannover

derzeit inaktiv
Stadtteilzentrum KroKuS
Thie 6 (Kronsberg)
30639 Hannover

Fr 9-11 Uhr
Stadtbibliothek Linden
Lindener Markplatz
30449 Hannover

Sa 9-11 Uhr
Stadtbiblitohek Zentrale
Hildesheimer Straße 12
30169 Hannover

Interessierte Migranten und Migrantinnen sowie deutsche Teilnehmer, soweit noch Plätze verfügbar, sind zu den Terminen
auch ohne vorherige Anmeldung immer herzlich willkommen.
Die Kurse sind kostenlos.

Mobil durchs Netz – Migranten in der digitalen Welt

Welche Rolle spielen digitale Medien im Lebensalltag von Migrantinnen und Migranten?
Diese Frage möchte die Stiftung Digitale Chancen gemeinsam mit der E-Plus Gruppe und Radio Metropol aufgreifen und in türkischer und deutscher Sprache zur Diskussion stellen.

Anhand von 5 Statements wird dort diskutiert, welche Rolle digitale Medien im Lebensalltag von Migrantinnen und Migranten spielen. Das Internet als grenzüberschreitendes Kommunikationsmedium bietet die Voraussetzung, soziale Beziehungen unabhängig vom Aufenthaltsort zu pflegen. Es ist das Kommunikationsmedium für Menschen mit Migrationshintergrund, die in Kontakt mit ihrem Herkunftsland bleiben möchten. Aber auch im täglichen Leben von Migranten in ihrem Einwanderungsland kann die mobile Nutzung von informationsbezogenen Anwendungen und ortsbezogene mobile Dienste Orientierung bieten.

Beteiligen Sie sich an der Umfrage und geben Sie unter http://www.alle.de/diskussionen Ihre Meinung ab.

Digitale Integration Internetkurse für Migranten und Migrantinnen

Das IMES-Projekt „Digitale Integration“, in Trägerschaft der Projektwerkstatt Umwelt und Entwicklung e.V., fördert neue Wege für Integration, Verständigung und politische Teilhabe für Zuwanderer, wie sie auch die Agenda 21 und die UN-Dekade Bildung für eine nachhaltige Entwicklung fordern. Das Internet spielt im Alltag als Mittel der Information und Kommunikation bereits eine wichtige Rolle. Immer häufiger wird es auch als Mittel der gesellschaftlichen Partizipation und politischen Teilhabe genutzt. Städtische Serviceangebote, politische Umfragen und Aktionen der Bürgerbeteiligung finden sich immer häufiger im Internet.

Unser Angebot:

Zusammen mit unseren Kooperationspartnern stellen wir Migranten und Migrantinnen zu bestimmten Zeiten an öffentlichen Orten kostenlos Computer mit Internetzugang zur Verfügung. Dort helfen ihnen während dieser Zeiten IMES-Mentoren/-innen bei den ersten Schritten im Internet.

Sie bieten Interneteinführungen für kleine Gruppen und individuelle Hilfen rund ums World-Wide-Web (WWW) an. Die IMES-Mentoren/-innen arbeiten ehrenamtlich und werden didaktisch, interkulturell und technisch auf das Projekt vorbereitet.

Das können die TeilnehmerInnen z.B. bei uns lernen:

-          Einrichten einer E-Mail-Adresse und verschicken von Mails

-          Suchanfragen mit Google u.ä.

-          Kennenlernen von interessanten Chaträumen und Foren

-          Sicherheit im Internet

-          Websites mit aktuellen Nachrichten, Zeitungen in unterschiedlichen Sprachen

-          Arbeiten mit Texten, Bildern und Musik aus dem Internet

-          Jobsuche, Fahrtauskunft, Einkaufen über das Internet

-          Erleichterung von Behördengängen durch das Internet

-          Politische Mitsprachemöglichkeiten via Internet

Unsere Kurse und Angebote sind kostenfrei und sollen den Teilnehmenden helfen. Deshalb passen wir sie soweit möglich an die jeweilige Gruppe und individuellen Bedürfnisse der TeilnehmerInnen an!

Die aktuellen Kurszeiten und –orte sind folgende:

Mo 16-18 Uhr
Stadtbibliothek Mühlenberg
Mühlenberger Markt 1
30159 Hannover

Mi 10-12 Uhr
Arkadaş e.V.
Stiftstraße 13
30159 Hannover

Mi 14-17 Uhr
Jugend- und Stadtbibliothek List
Lister Straße 11
30163 Hannover

(derzeit inaktiv)
Jugendzentrum Stöcken
Eichsfelder Straße 32
30419 Hannover

Do 15-17 Uhr
Freizeitheim Vahrenwald
Vahrenwalder Straße 92
30165 Hannover

derzeit inaktiv
Stadtteilzentrum KroKuS
Thie 6 (Kronsberg)
30639 Hannover

Fr 9-11 Uhr
Stadtbibliothek Linden
Lindener Markplatz
30449 Hannover

Sa 9-11 Uhr
Stadtbiblitohek Zentrale
Hildesheimer Straße 12
30169 Hannover

Interessierte Migranten und Migrantinnen sowie deutsche Teilnehmer, soweit noch Plätze verfügbar, sind zu den Terminen
auch ohne vorherige Anmeldung immer herzlich willkommen.
Die Kurse sind kostenlos.

Empowerment, soziales Kapital und lernfähige Organisation

Anna Sebastian, SOS Rassismus, Barcelona

Vortrag beim deutschen IMES-Treffen am 24.6.2003

Das Konzept der Schlüsselkompetenzen

Die spanische Sektion des Projektes IMES hat sich im ersten Halbjahr des Projektphase vor allem mit den Schlüsselkompetenzen “Empowerment”, “soziales Kapital” und “lernfähige Organisation” auseinandergesetzt. Sie sind Schlüsselbegriffe für das spanische IMES-Projekt geworden, die für die Projekt-Themen “soziokulturelle Kompetenzen” und “politisches Management” gleichermaßen von Bedeutung sind: Weiterlesen Empowerment, soziales Kapital und lernfähige Organisation

Stuttgarter Erklärung des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas

Die rund 400 Teilnehmer aus 30 europäischen Ländern, von kommunalen und regionalen Behörden, Parlamenten, von Vertretern der Bürgergesellschaft und Migrantenvereinigungen, haben anlässlich der Konferenz “Integration und Partizipation von Ausländern in den Europäischen Städten am 16.9.2003 in Stuttgart folgende Deklaration beschlossen: Weiterlesen Stuttgarter Erklärung des Kongresses der Gemeinden und Regionen Europas

Interkulturelle Kompetenz als Anforderungsprofil in der Jugend- und Sozialarbeit

erschienen in: “iza Zeitschrift für Migration und soziale Arbeit” 1-2003

von Prof. Dr. Stefan Gaitanides

Der Begriff der interkulturellen Kompetenz hat Hochkonjunktur. Alle reden von interkultureller Kompetenz und verstehen dovh sehr Unterschiedliches darunter. Ich werde in meinem Beitrag versuchen, ein wenig Klarheit in die diffuse Debatte zu bringen. Weiterlesen Interkulturelle Kompetenz als Anforderungsprofil in der Jugend- und Sozialarbeit

Deutsche Sprache Voraussetzung für Integration

Landesregierung verabschiedet “Handlungsprogramm Integration in Niedersachsen” (Mitteilung des Innenministeriums)

HANNOVER. Die Niedersächsische Landesregierung hat am Dienstag das von Innenminister Uwe Schünemann vorgelegte “Handlungsprogramm Integration in Niedersachsen” verabschiedet. Das Programm fasst die Bemühungen und Maßnahmen des Landes zur Integration der hier lebenden sowie der neu zuwandernden Migrantinnen und Migranten zusammen und zeigt neue Perspektiven auf.”Integration kann nur gelingen, wenn die Zuwanderer hierzu selbst den entscheidenden Beitrag leisten und die deutsche Sprache erlernen. Außerdem müssen sie das Grundgesetz sowie die grundlegenden Normen unserer Rechtsordnung anerkennen”, betonte Schünemann. Das Handlungsprogramm stehe unter der Prämisse “fördern und fordern”.  Schünemann: “Vor allem die Eltern haben nicht nur für sich sondern auch für ihre Kinder ein hohes Maß an Verantwortung für das Gelingen der Integration. Integration ist ein Prozess des Miteinander zwischen einheimischer und zugewanderter Bevölkerung. Konsequentes präventives Handeln ist erforderlich, um Abschottungen in Parallelgesellschaften und soziale Desintegration zu verhindern”.

Niedersachsen setzt für die Integration der gut eine halbe Million Migrantinnen und Migranten im Lande, von denen fast die Hälfte schon länger als zehn Jahre hier lebt, erhebliche Geldmittel ein: Im Jahr 2003 sind im Haushalt fast 55 Mio. € veranschlagt, für 2004 sollen es nach den Planungen 71 Mio. € sein. Der Löwenanteil, mehr als 90 Prozent, geht in vorschulische und schulische Fördermaßnahmen.

Das Integrationsprogramm steht in engem Zusammenhang mit der Gesetzesinitiative des Landes für ein Integrationsförderungsgesetz. Es sieht gezielte Maßnahmen vor im vorschulischen und schulischen Bereich, bei Ausbildung und Arbeit sowie bei der Förderung von Frauen und Stärkung der Familie. Auch Beratungsangebote sollen effektiver werden und zu einem Netzwerk Integration ausgebaut werden.

Die Umsetzung des Handlungsprogramms wird von einem beim Innenministerium eingerichteten “Forum Integration” begleitet und unterstützt. Diesem Gremium gehören neben den beteiligten Ministerien und den kommunalen Spitzenverbänden alle relevanten gesellschaftlichen Organisationen und Verbände in Niedersachsen an.

Olaf Glaeseker
Nds. Staatskanzlei
Regierungssprecher
Planckstr. 2
30169   Hannover
Tel: (0511) 120-6946
Fax: (0511) 120-99 6946

Trainingsleitfaden für Interkulturelle Managementkompetenz

Warum ein Trainingsleitfaden für Interkulturelle Managementkompetenz?

Managementmethoden haben auch außerhalb des Wirtschaftsbereiches an Bedeutung gewonnen. Grund hierfür ist ein zunehmendes Effizienz- und  Qualitätsbewusstsein.

Globalisierung und Internationalisierung haben die klassischen  Arbeitsmethoden von ManagerInnen verändert. In zunehmendem Maße wird  Interkulturelle Kompetenz berücksichtigt.Interkulturelle Handlungskompetenz ist Voraussetzung für Erfolg in transnationalen und kulturell-gemischten Arbeitsfeldern der Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen. Sie kann kostenaufwendige Konflikte und Missverständnisse vermeiden und Synergie-Effekte einer interkulturellen Zusammenarbeit fördern.

Mit dem Trainingsleitfaden Interkulturelle Managementkompetenz des Landesamtes für Entwicklungszusammenarbeit werden TrainerInnen in die Lage versetzt, diese besonderen Handlungskompetenzen in praxisorientierter und interaktiver Form zu vermitteln.

Wie ist der Trainingsleitfaden aufgebaut und wie kann ich ihn anwenden?

Der Trainingsleitfaden ist in Modulform aufgebaut und verbindet interkulturelle mit betriebswirtschaftlichen Elementen. Um alle Module in einem Training anzuwenden, sollte ein Zeitrahmen von einer Woche eingerechnet werden. Die Unterteilung des Materials in Basis- und Wahlmodule ermöglicht aber auch die Anwendung einzelner Module in Trainings und Workshops anderer fachlicher Ausrichtungen.

Die Module sind jeweils gegliedert in

  • Hintergrundmaterial für die TrainerInnen
  • Leitfäden für die Durchführung
  • Handouts und Folienvorlagen
  • Zusätzlich gibt es einen Leitfaden für partizipative Trainingsmethoden.

Für wen ist der Trainingsleitfaden Interkulturelle Managementkompetenz gedacht?

Die Zielgruppe, an die sich der Trainingsleitfaden Interkulturelle Managementkompetenz des Landesamtes wendet, wurde bewusst sehr offen definiert. Wir sehen Möglichkeiten der Anwendung in

  • Wirtschaft
  • Wissenschaft
  • Nichtregierungsorganisationen (NROs)
  • Verwaltung
  • und allen weiteren transnationalen und kulturell-gemischten Arbeitsfeldern.

Hinweis für interessierte Kommunen:

Unter dem Titel „Faires Miteinander“ veröffentlicht die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt/ InWEnt gGmbH in Kürze einen „Wegweiser für die interkulturell kompetente Kommune“. Er motiviert kommunale Akteure, sowohl Profis als auch Neulinge, sich mit dem Thema interkulturelle Kompetenz auseinander zusetzen und „Lust“ zu bekommen, selbst aktiv zu werden! Sehr anschaulich und praxisorientiert sensibilisiert „Faires Miteinander“ für interkulturelle Fragestellungen und zeigt allen Interessierten anhand von „good practices“ wie interkulturelle Kompetenz in Kommunen gelebt und erlernt werden kann. Als Orientierungshilfe bietet der Serviceteil kommunale Ansätze zu Umsetzungsstrategien, verbunden mit Informationen über AnsprechpartnerInnen, Einrichtungen, AnbieterInnen von Qualifizierungsmaßnahmen sowie Literatur- und Internetressourcen.  Weitere Informationen und Bestellungen: Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, Tulpenfeld 6, 53113 Bonn, Fon: 0228/ 2434-630,  www.service-eine-welt.de.

Weil wir das Material gerne so vielen verschiedenen Zielgruppen wie möglich zur Verfügung stellen wollen, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Wenn Sie den Trainingsleitfaden, bzw. Teile daraus in Ihrem Arbeitsfeld angewandt haben, würden Sie uns sehr helfen, wenn Sie uns an Ihren Erfahrungen, die sie damit gewonnen haben, teilhaben lassen würden.

Sie können dies ganz einfach tun, indem Sie folgenden Fragebogen ausfüllen:

Feedback

Nur so sind wir in der Lage, in der Weiterentwicklung des Trainingsleitfadens die Befürfnisse Ihres Arbeitsbereiches zu berücksichtigen.

Sie benötigen hierfür ein Passwort, das vom Landesamt für Entwicklungszusammenarbeit Bremen vergeben wird.

Das Passwort ist grundsätzlich gegen eine Kostenbeteiligung von 25,00 € zu erhalten, Ausnahmen sind im Einzelnen in Abstimmung mit dem Landesamt für Entwicklungszusammenarbeit Bremen möglich.

Bitte setzen Sie sich in Verbindung mit  Katja Eichler

Zu links, zu schwul

Senat besiegelt Ende des Offenen Kanals in Hamburg

Artikel aus der Frankfurter Rundschau vom 30.4.2003 von Jenny Niederstedt

Es begann im Juli mit einem Artikel in der Bild. Da erklärte der Vorsitzende der Hamburger CDU-Fraktion, Michael Freytag, der Senat wolle den “Offenen Kanal Hamburg” aus der Trägerschaft der Hamburgischen Anstalt für neue Medien (HAM) lösen. Titel des Artikels: “Zuviel Gewalt. Zuviel obskure Propaganda. Zuviel Quatsch.” Die Aufregung war groß: Die Gewerkschaft Verdi protestierte, die GAL-Fraktion protestierte – und die HAM protestierte natürlich auch. Gestern endete der Streit nun: Der Senat hat eine grundlegende Neufassung des Hamburgischen Mediengesetzes beschlossen. Und damit das Ende des Offenen Kanals.

In einer Mitteilung des Senats heißt es dazu lapidar: “Der Betrieb des bisherigen Offenen Kanals wird beendet.” Geplant ist dafür ein Sender namens “Bürger TV”, der von der neu gegründeten Hamburg Media School betrieben werden soll.

Die Schule ist halbprivat, wird allgemein als Renommierprojekt des Senats angesehen und soll junge Journalisten ausbilden. Die Studenten dürfen den Bürgerfunk vom kommenden Jahr an im Rahmen ihrer Ausbildung betreuen. Der Senat erhofft sich eine “wesentliche Verbesserung der entsprechenden Fachausbildung” – von einer Verbesserung des inhaltlichen Angebots ist keine Rede. Jan Henne de Dijn, Geschäftsführer der Media School,  dagegen plant eine stärkere Professionalisierung des Sendekonzepts. Vor allem im technischen Bereich gebe es enormen Nachholbedarf. Den räumt auch der bisherige Leiter des Kanals, Leo Hansen, ein: “Im Fernsehen laufen bei uns zum Teil tatsächlich Sendungen, die technisch nicht perfekt sind und vielleicht auf geringes allgemeines Interesse stoßen.” Diese Vielfalt sei aber Konzept der Offenen Kanäle – und das bundesweit. “Wir haben keine Chefredaktion, die Nutzer sind eigenverantwortlich.” Jetzt sollen dagegen die Inhalte der Sendungen kontrolliert werden: Bei “Bürger TV” müssen Beiträge vor der Sendung “geprüft und genehmigt” werden.

Dabei könnten regierungskritische Beiträge unter den Tisch fallen, befürchtet das Nutzerforum des Offenen Kanals. Und kritisiert, dass Rundfunkgebühren in Höhe von 800 000 Euro künftig “zweckentfremdet” an eine “private Eliteschule” gingen. Das Forum sieht die Meinungsvielfalt durch das neue Mediengesetz beschnitten. “Wir sind dem Senat zu links, zu schwul, und wir haben zu viele Ausländer”, sagte Peter Gehlsdorf vom Forum schon vor der Senatsentscheidung. Bislang sendete der Kanal querbeet: Berichte aus den Stadtteilen wurden von politischen Features abgelöst, nach einem Schwulen-Quiz lief ein Sprachkurs der Volkshochschule. Die Vielfalt machte das Angebot des Offenen Kanals vor allem für Ausländer interessant: Beiträge in mehr als 20 Sprachen waren zu hören und zu sehen.

Jetzt befürchtet das Nutzerforum eine Einschränkung des fremdsprachlichen Angebots. Denn der rechts-konservative Senat begründet seine Gesetzesvorlage auch mit seiner Integrationspolitik. Demzufolge verhindern fremdsprachliche Sendungen Integration – im Klartext: Ausländer brauchen Sendungen auf Deutsch, um in der hiesigen Gesellschaft anzukommen. “Ich glaube aber vielmehr, dass die Orientierung in einer neuen Stadt, einer neuen Gesellschaft viel leichter fällt, wenn man sich in seiner Muttersprache informieren kann”, sagt Kanal-Chef Hansen. “Außerdem wurden bei uns seit Juli alle Sendungen zweisprachig ausgestrahlt.” Hansen hofft, dass sich der neue Träger dem Senatskonzept nicht anschließt. “Immerhin ist die Hamburg Media School ja eine internationale Schule, da sollte sprachliche Vielfalt selbstverständlich sein.”

Das neue Hamburger Mediengesetz könnte über die Stadtgrenzen hinaus Auswirkungen haben – nicht nur wegen der Abschaltung des Offenen Kanals. Als erstes Bundesland hat Hamburg wesentliche inhaltliche Auflagen für die privaten Radiosender aufgehoben: Der Informationsauftrag der Sender wurde gestrichen. “Die Erfüllung der Programmaufgabe erfolgt in eigener Verantwortung des Rundfunkveranstalters”, heißt es in der Gesetzesvorlage. Gleichzeitig sollen die Kontrollmöglichkeiten der HAM beschränkt werden. Das heißt: Dudelsender müssen sich künftig an keine Textquote halten, Nachrichten dürfen von Werbung unterbrochen werden. Bislang waren je nach Sendergröße Wortanteile zwischen zehn und 15 Prozent vorgeschrieben. Die “schwer begreifliche Überregulierung im Privatrundfunk” hat der Senat in seiner Vorlage gestrichen. “Diese Entscheidung wird Auswirkungen auf die gesamte Radiolandschaft haben”, sagt HAM-Direktor Lothar Jene, “denn jetzt wird sich eine noch stärkere Kommerzialisierung durchsetzen können.” Der Gesetzentwurf des Senats soll noch vor der Sommerpause die Hamburger Bürgerschaft passieren. Am 25. Juni wird dort voraussichtlich entschieden. Anfang Juli wird dann wohl die letzte Sendung des Offene Kanals laufen.

Stammtisch Europa

Hier weiß jeder gegen jeden irgendetwas: Hundert nationale Vorurteile, auf einem Bierdeckel notiert, ergeben die Quersumme null

Musste Berlusconi sich wirklich entschuldigen? War sein Staatssekretär zum Rücktritt gezwungen? Ihre Äußerungen über Deutschland haben in Wahrheit nur ans Licht gebracht, was ohnehin zum europäischen Alltag gehört. Der Kontinent wird seit alters nicht nur durch Kultur und Geschichte, sondern durch die gegenseitigen Vorurteile der Nationen zusammengehalten.Recht eigentlich sind die Ressentiments ein Teil dieser Kultur, jedenfalls eines bis heute lebendigen Brauchtums, in dem sich die Gegenwart des Fremdenverkehrs und die Vergangenheit von Kriegen und Demütigungen kurios verschränken. Solange nicht zu staatlicher Politik und Propaganda wird, was an den nationalen Stammtischen umläuft, muss niemandem bange sein. Jeder weiß hier gegen jeden irgendetwas Böses, und alles zusammengerechnet ergibt die Quersumme null. Sollte jemand geneigt sein, das dumpfe Übelwollen einer Nation gegen die andere noch seinerseits übel zu nehmen, müsste er nur den Bierdeckel betrachten, auf dem wir einige der Vorurteile notiert haben, um die relativierende Kraft des versammelten Unfugs zu erkennen.

Gewiss gibt es Völker, die großmütiger, und andere, die rachsüchtiger empfinden. Es gibt auch solche, die Sympathie für lange verspielt haben, wie das deutsche; aber selbst ihm wird heute lieber das Tragen von Sandalen als die Nazi-Zeit zum Vorwurf gemacht. Andere wie Belgien oder Polen sind offenbar Opfer der Massenmedien und ihrer Spektakelmacherei. Wieder andere können sich nur mühsam von dem Verlust einstiger Weltgeltung erholen. Das Niederringen der spanischen Kolonialmacht, auch die Konfessionskriege haben augenscheinlich nachwirkenden Eindruck gemacht. Es gibt Nationen, die stark in der Gegenwart leben, und solche, die sich längst vergangener Siege oder Niederlagen lebhaft erinnern.

Die Feuilleton-Redaktion der ZEIT hat ihre Korrespondenten, aber auch Freunde und Bekannte im Ausland gebeten, die Vorurteile zu sammeln, die noch heute in Umlauf sind. Niemand meinte, mit Wahrheiten zu handeln. Alle waren peinlich berührt oder schaudernd amüsiert über die Gespenster, die sie aus den Tiefen des nationalen Vorbewussten heben mussten; manche waren s

Im Zweifel hat sich die Redaktion für die größere Dummheit entschieden; denn unter Vorurteilen nach dem Vernünftigsten zu forschen käme einer Rehabilitierung gleich. Das Lehrreiche am Ressentiment ist seine Haltlosigkeit. Das wissen auch alle, die am europäischen Stammtisch zechen; es ist mit ihnen wie mit einer Familie, die im lästernden Klatsch über Cousins und Cousinen der Verwandtschaft Ausdruck verleiht. Selbst unter Skandinaviern, deren gegenseitiges Verhältnis wir hier außer Betracht lassen, werden die kuriosesten Vorurteile weiter gepflegt; sie stören aber den friedlichen Verkehr nicht im Geringsten. Das schlechte Selbst braucht seinen Auslauf; wir müssen nur darauf achten, dass es nicht über den Rand des Bierdeckels schäumt.

(c) DIE ZEIT 17.07.2003 Nr.30

Können Bürgermedien ein Ansatz für die Aktivierung von MigrantInnen sein?

Können Bürgermedien ein Ansatz für die Aktivierung von MigrantInnen in der Gesellschaft sein?

- Erfahrungen aus dem OK Hamburg
Unter welchen Bedingungen existiert der Offene Kanal?
Bevor man über die Möglichkeiten eines Bürgermediums diskutiert, muss man die Bedingungen kennen (oder schaffen), unter denen dann auch MigrantInnen sich artikulieren können.
Der OK-Hamburg ist keine öffentliche Institution wie eine Bücherhalle, sondern basiert auf dem Hamburger Mediengesetz, worin 1988 die Einrichtung eines OK beschlossen wurde. Der OK-Hamburg definiert sich durch folgende Ziele und Merkmale als Bürgermedium:
bislang wurde er als Ergänzung bzw. Bestandteil einer pluralistischen Medienlandschaft in Hamburg gesehen
der OK hat keinen Programmauftrag wie andere öffentliche Sender, sondern stellt vor allem ein Angebot zur Nutzung dar:

  • quotenunabhängige Finanzierung aus einem Anteil an den Hamburger Rundfunkgebühren, keine Werbung oder Sponsoring
  • Produktions- und Sendekapazitäten für Radio und Fernsehen werden für Hamburger BürgerInnen zur Verfügung gestellt
  • der OK richtet sich an Minderheiten: “Sein Angebot gilt vor allem denjenigen, die in anderen Medien nur unterdurchschnittlich zu Wort kommen.”
  • bei der Vergabe von Produktions- und Sendekapazitäten gilt das Prinzip der Schlange: Wer zuerst kommt, bekommt zuerst.
  • lokale Verbreitung in Hamburg
  • im OK machen Bürger, also Laien das Programm; welches sich nicht an “professionellen” Maßstäben orientieren muss.
  • Nutzer gestalten und verantworten selber ihre Beiträge, OK-Redakteure informieren, beraten und unterstützen (Hilfe zur Selbsthilfe)
  • Beiträge müssen einen hohen Eigenanteil aufweisen (OKs sind keine “Abspielstation”)
  • keine Zensur, aber Garantenpflicht des OK als Sender / Verbreiter für die Einhaltung der Programmgrundsätze bzw.

Rechtsgrundsätze

Welche Zukunft haben Bürgermedien?
Die Entwicklungen in Hamburg zeigen, wie abhängig die Existenz des OK von politischen Entwicklungen und Bestrebungen ist.
Weil der OK keine öffentliche Einrichtung darstellt und durch seine “Erfolge” schwer messbar sind, ist er auch leicht angreifbar. Umso wichtiger für dessen Zukunftsfähigkeit ist das Verständnis und die Akzeptanz in der Bevölkerung, besonders aber bei politischen Funktionsträgern, gegenüber den Aufgaben und Aktivitäten des OK .
Als Bürgersender ohne inhaltliche Kontrolle zieht der OK ein gewisses Mißtrauen auf sich. Zu den typischen Vorwürfen gehört die “Sorge” – oder eher der Verdacht -, daß der OK missbraucht werden könnte von Radikalen, die inhaltliche und technische Qualität der Beiträge schlecht sei und die Unverständlichkeit von fremdsprachigen Sendungen problematisch sei. Die Praxis zeigt, dass es für diese Vermutungen keine Belege gibt.
Zur Steigerung der Programmqualität strebt der Hamburger Senat nun eine drastische Veränderung an, wonach künftig die Verantwortlichkeit für die Sendungen nicht mehr bei dem Nutzer, sondern bei dem künftigen Träger liegen solle. Es wäre zu hinterfragen, ob dieses Argument rechtfertigt, ein Kernelement des Bürgermediums Offener Kanal herauszubrechen, indem eine inhaltliche und qualitative Vorbewertung der Beiträge stattfinden würde.
Welche Möglichkeiten bietet der OK MigrantInnen bzw. wie nutzen diese den OK?

  • eigene Sendungen produzieren und senden
  • muttersprachliche Sendungen dürfen nur noch mit Übersetzung, Untertitel oder in Zweikanalton gesendet werden (seit Oktober 2001)
  • tatsächlich sind ausländische Nutzer sehr aktiv im OK,
  • das Nutzungsprofil entspricht aber nicht den demographischen Strukturen in Hamburg: es gibt kaum türkische Sendungen, überwiegend sind afghanische / persische Sendungen
  • vorrangig wird das Fernsehen genutzt
  • von Älteren für Ältere
  • Zielgruppe: die eigene Gruppe, keine interkulturellen Ziele
  • überwiegend Unterhaltungssendungen
  • Motivation: die eigene Kultur bewahren, daher muttersprachlich
  • großer Bekanntheitsgrad und Feedback in der eigenen Community
  • Nutzerschaft stellt kein Potenzial für Weiterentwicklung zu interkulturellen Sendungen dar; Auflagen zur Verständlichkeit werden als diskriminierend empfunden
  • Förderung eines Interkultureller Dialog durch Inititativen des OK

Motive: Weiterentwicklung des OK

  • gesellschaftliche Notwendigkeit (Zuwanderungsgesetz) für interkulturelle Konzepte
  • gegenseitiges Verständnis und interkulturelle Kompetenz fördern
  • Inhalte vermitteln, die für beide Seiten interessant sind
  • Deutsch als gemeinsame Sprache
  • Bildung einer festen Redaktion:

ARENA – das interkulturelle Stadtmagazin, weil keine Nutzer gefunden wurden,
Lösungsansätze / Thesen / Zusammenfassung
OK können auf lokaler / regionaler Ebene eine wichtige Plattform zur Information und Kommunikation für MigrantInnen sein
Voraussetzung für eine erfolgreich Aktivierung von MigrantInnen ist deren Motivation
Interkulturelle Sendungen sind am ehesten mit jüngeren MigrantInnen realisierbar, die Deutsch kompetent beherrschen oder die Kompetenz der deutschen Sprache bestimmt die Programmform: wer nicht gut Deutsch kann, macht ausschließlich Sendungen in der Muttersprache,
eine redaktionelle Struktur (Anleitung, Koordination, Programmgestaltung) ist unerläßlich für erfolgreiche Sendungen
sofern Hilfen für die Produktion geboten werden, sinkt die Hemmschwelle für Vereine etc.
Weiteren Infos:
siehe www.offener-kanal-hamburg.de’